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im Magazin |
Reserve
Innere Uhr
Attacken auf den
biologischen Rhtyhmus rächen sich.
Ein Nickerchen kann
helfen.
von Andrea Puls
mailto:author
Sechs Kosmonauten
jagen ins All. Millionen Augen verfolgen eine der ersten Berührungen
der Menschheit mit der Unendlichkeit. Eng ist es in der kleinen Kapsel.
Geräte und Apparaturen ticken. Wissenschaftler erwarten von dem vierten
bemannten Raumflug bahnbrechende Erkenntnisse zum Thema Menschen in Stress-Situationen.
Den Kosmonauten war
ein 22,5 Stundentag aufgezwungen worden, um eine ständige Funkverbindung
zur Erde halten zu können. Zunächst verläuft alles nach
Plan. Die Raumhelden sind fit wie nie. Sie scheinen plötzlich keinen
Schlaf mehr zu brauchen. Die Wissenschaftler in den Bodenstationen können
es kaum fassen. Die Stimmung steigt.
Doch dann reagieren
die Weltallbesucher allmählich immer gereizter auf Anweisungen des
Bodenpersonals. In der Zentrale bricht Panik aus. Nach einigen Tagen höchster
Leistungsfähigkeit verfallen die Kosmonauten in völlige Lethargie.
Alle sechs Männer wirken geistig abwesend. Ihre Fehler häufen
sich. Nur unter größter Anstrengung sind sie in der Lage, das
ihnen auferlegte Programm zu erfüllen. Um schwere psychische und körperliche
Schäden zu vermeiden, beschließt das Bodenteam die Rückkehr
der Kapsel vier Tage vorzuziehen.
Lange, betretene
Gesichter nach einer gerade noch geglückten Landung. Die Sechs sind
völlig erschöpft. Niemand hatte den natürlichen biologischen
Rhythmus der Kosmonauten einkalkuliert.
Karl Hecht, ein renommierter
Stressforscher und langjähriger Nasa-Berater kennt das Problem: "Es
ist langfristig sinnlos ist, gegen den natürlichen biologischen Rhythmus
des Menschen zu verstoßen.“ Lernt man dagegen, nach dieser inneren
Uhr zu leben, lassen sich ungeahnte Kräfte in uns wecken: Leonardo
da Vinci schlief regelmäßig alle vier Stunden nur 15 Minuten
und benötigte keinen zusammenhängenden Nachtschlaf. Auch Napoleon
brauchte nur vier Stunden pro Nacht, pflegte aber mehrmals am Tage den
Minischlaf.
In einigen amerikanischen
Firmen werden derartige Erkenntnisse längst zur Produktivitätssteigerung
eingesetzt. So sind etwa bei General Motors Ruhepausen zum Kurzschlaf mittlerweile
selbstverständlich. Auch andere Konzerne haben längst erkannt,
dass die Effektivität der Arbeit steigt, je ausgeruhter und entspannter
man ist. So werden zum Beispiel mobile Masseure für die Spitzenkräfte
engagiert.
Karl Hecht hat den
Effekt des Minischlafs bei einem Feldversuch mit 60 Arbeiterinnen einer
lärmintensiven Weberei nachweisen können: Die Einführung
eines 15minütigen Minischlafes unmittelbar nach der Mittagspause ließ
die Arbeitsproduktivität um 25 Prozent steigen. Die Fehlerquote wurde
geringer, der Krankenstand sank von neun auf drei Prozent und auch das
Arbeitsklima verbesserte sich spürbar.
Tipps für den
Gesundbrunnen Minischlaf
Gewöhnlich überfällt
uns alle vier Stunden ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Nach Erfahrungswerten
liegen diese Zeiten etwa um 01:00, 05:00, 09:00, 13:00, 17:00 und 21:00
Uhr. Wenn man den Minischlaf erlernen will ist es wichtig, dass jeder seinen
eigenen Rhythmus herausfindet.
Zeitpunkt:
Günstig ist es den Minischlaf nach dem Mittagessen oder am späten
Nachmittag zu praktizieren. Dabei sollte eine angenehme Ruhemöglichkeit
im Sitzen oder Liegen geschaffen werden.
Zeitkontrolle:
Möglichst nicht länger als 15 bis 20 Minuten schlafen, da man
nach dem Erwachen sonst in einen Trancezustand verfällt.
Nach dem Aufwachen
aus dem Schlaf reißen. Recken und Strecken. Ein kurzes Benetzen des
Gesichts mit Wasser erleichtert den Übergang zum Wachsein.
Regelmäßig
üben.
Geduldig sein, denn
der Minischlaf muss trainiert werden.
Wer am Tage den Minischlaf
pflegt
- schläft nachts
besser
- kann besser mit
Stress umgehen
- ist seelisch fit
und ausgeglichen |
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