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Zeit im Magazin Augenblicke, die unser Leben verändern

von Gesine Jonas
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Im Laufe unseres Lebens geschehen Dinge, nach denen nichts mehr so ist, wie zuvor. Wir verlassen die gewohnten Bahnen, müssen mit alten Vorstellungen und Idealen brechen und lernen, uns dem neuen Lebensrhythmus anzupassen. Oft sind es Ereignisse, die plötzlich und ohne Vorankündigung über uns hereinbrechen. Es bleibt keine Gelegenheit, sich einzustimmen oder vorzubereiten. Unbändige Freude, Trauer, Angst aber auch Verzweiflung stellen sich ein.

"Ich konnte vor Schreck nicht mehr gehen und saß stundenlang an meinem Schreibtisch und starrte ins Nichts“
So beschreibt Andreas(33) aus Berlin den Augenblick seiner Kündigung. "Die Situation trat völlig unerwartet ein und ich wurde nicht damit fertig. Erst nach und nach konnte ich wieder klar denken und überlegen, was ich als Nächstes tun werde. Mein Leben erschien mir plötzlich leer, und ich kam mir vor wie ein ausrangiertes Möbelstück. Die beruflichen Pläne lagen auf Eis und ich war gezwungen, mich völlig umzuorientieren.. Nach einiger Zeit empfand ich eine ungeheure Wut und dachte: Das wird euch noch leid tun, denen werde ich es zeigen.“ Heute, nach einem Jahr hat Andreas wieder einen Job, aber er sagt, das der Augenblick der Kündigung bislang der härteste Schicksalsschlag in seinem Leben war.

Positiv veränderte sich das Leben von Grit (34) aus Berlin in dem Moment, als sie ihren jetzigen Mann Stefan kennenlernte. Sie sagt dazu: ?Ich hatte gerade beschlossen, allein klar zu kommen. Nach vielen Enttäuschungen wollte ich mich auf keinen Mann mehr einlassen, weil ich dachte, daß es sowieso wieder schiefgeht. Krampfhaft hielt ich an meiner Philosophie des Alleinlebens fest. Aber durch Stefan verlor ich nach und nach meine Zweifel und Vorbehalte. Ich bin froh, daß wir uns gefunden haben und das wir eine glückliche Beziehung führen.“ 
Grit und Stefan haben geheiratet und sind Eltern eines kleinen Jungen.

"Der Augenblick, der mein Leben am nachhaltigsten verändert hat, waren die Minuten, in denen ich auf das Ergebnis des Schwangerschaftstestes gewartet habe“ berichtet Katrin, (33) aus Eichwalde.“ Das Kind war nicht geplant und die Schwangerschaft warf mich anfangs völlig aus der Bahn. Mein Freund und ich hatten keine Wohnung und kein Geld. Wir steckten mitten im Studium.“ Uns wurde plötzlich klar. daß wir ab jetzt nicht nur für uns selbst Verantwortung tragen. Unser Leben würden wir von jetzt an dem Rhythmus des Kindes unterordnen müssen. Mit Schrecken dachte ich an Windelwechsel, Babybrei und durchgebrüllte Nächte. Auch die geplante Reise für den nächsten Sommer konnten wir streichen“.
Im nachhinein weiß Katrin nicht mehr, wie sie das alles geschafft hat. Die Entscheidung für das Kind haben sie und ihr Freund aber trotz aller Strapazen nicht bereut.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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