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Zeit im Magazin Im Floating Tank der Zeitlosigkeit entgegen

von Isabel Huster
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"Ich lasse mich vom Wasser tragen. Meine Ohren befinden sich unter Wasser und sind mit Stöpseln versehen. In der körperwarmen Salzlösung macht sich jede noch so kleine Schürfung an meiner Haut bemerkbar. Nach und nach verschwinden diese kleinen Reize völlig, ich werde ruhig und entspanne mich.“ Mit diesen Worten beschreibt die Sportlehrerin Martina Sandhof (33) ihre ersten Erlebnisse im Floating Tank. 

Hier treibt der Mensch schwerelos wie ein Korken. Das Tote Meer im Miniaturformat ist ein Behälter, der wie eine große Kunststoffbadewanne mit Deckel aussieht. Konstante Luft- und Wassertemperatur bewirken beim Menschen, daß er nur 10 Prozent seiner eigentlich benötigten Energie verbraucht. Nach dem Aufenthalt im Tank fühlt er sich, als könne er Bäume ausreißen.

Über die einfache Entspannung hinaus, kann der Floater im Tank auch eine Reise in sein Inneres unternehmen. Er schließt den Deckel und treibt nun in dem völlig dunklen und schallisolierten Tank phasenweise einer veränderten Raum- und Zeitwahrnehmung entgegen.

Martina hat sich schon oft in den geschlossenen Tank gewagt: "Zuerst öffne ich die Augen und bemerke die absolute Finsternis. Ich habe nicht mehr das Gefühl, in einem geschlossenen Behälter zu liegen, sondern erlebe die Dunkelheit über die Grenzen des Tanks hinaus. Plötzlich sehe ich schwarze Massen, die aufeinander zurollen. Ein heller Blitz streift sie wie ein Meteor. Außerdem höre ich ein Klopfen an der Tür.“ Der Floater hat sich dann bereits von seiner äußeren Wahrnehmung gelöst und konzentriert sich nur noch auf sich selbst. Die schwarzen Massen und der Blitz sind Phänomene, die durch das zentrale Nervensystem hervorgerufen werden. Sein eigenes Herz registriert er als Klopfen an der Tür. In dieser Phase stellen sich beim Floater oft Panikzustände ein. Manche brechen an dieser Stelle die Sitzung ab, andere versuchen diese Angst zu überwinden. Martina hat einige Male gebraucht, um im Tank ihre Angst zu besiegen. Bei ihr setzte dann eine Phase tiefer Entspannung ein: "Bilder kommen und gehen. Die Arbeit, die bevorstehende Reise, andere Geschehnisse des Tages. Sie gehen mir einige Zeit im Kopf herum. Danach kommen Erinnerungen und traumhafte Sequenzen, die keine bestimmte Ordnung besitzen." 

Zuerst durchläuft der Floater die Phase, in der ihm Dinge der letzten Zeit durch den Kopf gehen. Dann läßt er diese hinter sich. Was er denkt, hat keinen chronologischen Zeitablauf mehr. Schließlich gibt es für den Floater kein Ich mehr. Am Ende steht ein Gefühl von Zeitlosigkeit. Viele beschreiben diesen Zustand als absolutes Glücksgefühl - dem Göttlichen nahe, empfinden sie sich als Teil des Universums. 

Wer diesen Zustand einmal erreicht hat, begibt sich immer wieder in den Tank. Doch für viele ist es bis dahin ein weiter Weg, da oft erst einmal Angst- oder sogar Vorstellungen des eigenen Sterbens zu überwinden sind. Deswegen sollten sich nur psychisch stabile Leute in den geschlossenen Tank begeben. Empfehlenswert ist eine Einrichtung mit psychologischer Betreuung.

Floating-Tank-Einrichtungen
Dr. Ralph Schattschneider
Sonnenbergstr. 5
Wiesbaden
Tel. 0172/6144336

Margarete von Lupin 
Kopernikusweg 4
Konstanz
Tel. 07531/929580

Ein Floating Tank für den Hausgebrauch ist zu erwerben bei
Jürgen Tapprich
Lengweilerstr. 9
CH 8598 Bottighofen
Tel./Fax: 4171/6886665
Preis 19.500 DM
 

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