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Zeit im Magazin Die Zunge tickt 

von Kerstin Eschrich
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Zeitbombe ist ein in der deutschen Sprache gerne verwendetes Synonym für alles, was mit schleichender Bedrohung und dem Gefühl der Ohnmacht verbunden wird. An erster Stelle steht dabei die viel stapazierte Zeitbombe Atomenergie. Es folgen die Umweltverschmutzung, die Zahnfüllung Amalgam, die Situation in Ex-Jugoslawien oder wahlweise in der Ex-Sowjetunion. 
Bayerische Heilpraktiker warnen dagegen ganz unspektakulär vor der "Zeitbombe Zunge“. Eine gepiercte Zunge als Sprengstoff im menschlichen Körper! Verschiedene Metalle können im Mund durch den Speichel zu einer "gefährlichen Batterie“ werden. In solchen Fällen könne man sogar elektrische Ströme zwischen den Metallen messen, meint Dieter Grabow, Vorsitzender des Bayerischen Heilpraktikerverbandes. Dadurch werden Ionen giftiger Stoffe wie Quecksilber aus Amalgam oder Gold in den Zähnen freigesetzt und gelangten in den Magen. Das ist für die Piercing-Studios allerdings nichts Neues. " Wir klären die Leute immer vorher über die gesundheitlichen Gefahren des Zungenpiercings auf, aber den meisten ist das egal“, so ein Mitarbeiter des Trend-Ladens Route 81 in Berlin. Und so ein paar prickelnde elektrische Ströme im Mund können - Zeitbombe hin, Zeitbombe her -ein Zungenpiercing noch erotischer machen, als es sowieso schon ist. Oder?

Cola light auch...
Schlank aber krank könnte eine Konsequenz aus übermäßigem Genuß von Süßstoffen sein. Aspartam, ein erfolgreicher Zuckerersatzstoff, der auch in Cola light enthalten ist, zerfällt bei der Verdauung in Aminosäuren und in kleine Mengen Methanol, einen für Menschen giftigen Alkohol. Eines der Stoffwechselprodukte von Methanol ist das unter Krebsverdacht stehende Formaldehyd. Der Washingtoner Neuropathologe John Olney, hält es gar für möglich, dass Aspartam für den Anstieg von Hirntumoren verantwortlich ist. 
Wer nun nicht ganz hirnlos durch die Gegend laufen will, sollte bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die für künstliche Süßstoffe festgesetzte "duldbare“ Menge erfragen. Diese Werte geben die Mengen je Kilogramm Körpergewicht an, die täglich ohne größeres Risiko aufgenommen werden können. So kann der Zeitzünder locker entschärft werden. Und das beruhigt uns doch alle ungemein.
 

 

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